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Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote: was sich lohnt und was es kostet

Aktualisiert 6. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Lanzarote ist keine Insel mit Sehenswürdigkeiten, sondern eine Insel, die selbst eine ist. Was hier steht, steht auf einer Landschaft, die jünger ist als der Kölner Dom: Am 1. September 1730 öffnete sich der Boden im Westen, und bis zum April 1736 begrub die Lava mehrere Dörfer und den fruchtbarsten Teil der Insel. Ein zweiter Ausbruch folgte 1824. Rund ein Viertel der Inselfläche liegt seither unter erstarrtem Gestein.

Das erklärt, warum die Programmpunkte hier anders aussehen als anderswo auf den Kanaren. Es gibt keine Altstadt, die man ablaufen kann, und keinen Lorbeerwald. Es gibt einen Nationalpark, in dem nichts wächst, ein halbes Dutzend Bauten eines einzigen Künstlers und ein Weinbaugebiet, das aussieht wie ein Fehler.

Timanfaya – und was der Besuch seit 2026 verlangt

Der Nationalpark ist der Grund, aus dem die meisten kommen, und er ist der Programmpunkt mit den meisten Fallstricken. Der Eintritt kostet 30 € für Erwachsene, Kinder unter 7 Jahren zahlen nichts. Entscheidend ist etwas anderes: Tickets gibt es nur noch vorab im Netz, für ein festes Zeitfenster. An der Kasse wird nichts mehr verkauft. Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 15:45 Uhr, und wer außerhalb seines gebuchten Fensters ankommt, hat ein ungültiges Ticket in der Hand.

Im Park selbst fährst du nicht selbst. Vom Islote de Hilario startet alle zwanzig Minuten ein Bus auf die Ruta de los Volcanes, vierzehn Kilometer durch die Kraterlandschaft, 35 bis 40 Minuten, im Preis enthalten. Dazu die geothermischen Vorführungen am Islote: Reisig, das im Loch von selbst Feuer fängt, Wasser, das als Dampfsäule zurückkommt.

Ehrlich gesagt ist genau das der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Du sitzt in einem Bus, die Fenster gehen nicht auf, und aussteigen darfst du nicht. Wer eine Wanderung durch Lavafelder erwartet, ist enttäuscht. Wer den Park als das nimmt, was er ist – ein Naturschutzgebiet, das man nur deshalb betreten darf, weil man es nicht betritt –, bekommt vierzig Minuten, die es sonst nirgends gibt.

Wer zu Fuß hinein will, braucht die geführte Wanderung der Parkverwaltung. Sie ist kostenlos, die Plätze sind streng begrenzt, und angemeldet wird über die Reservierungsseite der spanischen Nationalparks, oft Wochen vorher. Der Park stellt dabei eigene Bedingungen, darunter eine Altersgrenze – frag danach, bevor du für die ganze Familie reservierst.

Die dritte Möglichkeit sind geführte Touren zum Timanfaya, ab 44 €. Prüfe vor dem Buchen, ob der Parkeintritt im Preis steckt. Kein einziger Anbietertext in unserem Bestand sagt es von sich aus, und bei 30 € pro Person ist das der Unterschied zwischen günstig und teuer. Am stärksten gebucht ist eine Wanderung durch die Vulkanlandschaft für 44 € mit 4,8 Sternen aus 1.494 Bewertungen – sie führt nicht in den Nationalpark selbst, sondern durch die Lavafelder daneben, und ist deshalb kein Ersatz, sondern etwas anderes.

César Manrique: fünf Bauten, ein Prinzip

César Manrique, 1919 in Arrecife geboren, 1992 bei einem Autounfall gestorben, hat diese Insel stärker geprägt als irgendein Künstler eine europäische Region. Nicht nur, weil er gebaut hat, sondern weil er durchgesetzt hat, was andere nicht bauen durften: keine Hochhäuser, keine Werbetafeln an den Landstraßen, weiße Häuser mit grünem Holzwerk im Landesinneren und blauem an der Küste.

Seine Bauten sind heute Eintrittsziele, und sie sind einzeln zu bezahlen – die früheren Kombitickets hat die Inselverwaltung 2024 abgeschafft.

Jameos del Agua, 17 €, eine eingestürzte Lavaröhre mit einem Salzwassersee darin. In dem See lebt ein blinder, fast durchsichtiger Krebs, den es sonst nirgends gibt; er ist zum Wappentier der Insel geworden.

Cueva de los Verdes, ebenfalls 17 €, Kinder von 7 bis 12 zahlen 8,50 €. Die Führung dauert rund 50 Minuten und geht einen Kilometer weit in einen Lavatunnel, der insgesamt acht Kilometer misst. Es ist dunkel, eng an manchen Stellen und beeindruckender als jedes Foto davon.

Mirador del Río, 9 €, täglich 10:00 bis 17:00 Uhr, letzter Einlass 16:40. Ein in die Klippe hineingebauter Aussichtsraum, 475 Meter über der Meerenge nach La Graciosa. Wer nur eine der Manrique-Adressen ansteuert und Aussicht mag, nimmt diese.

Jardín de Cactus, ebenfalls 9 €, ein ehemaliger Lapilli-Steinbruch bei Guatiza, terrassiert und mit Kakteen bepflanzt.

Alle vier zusammen sind 52 € pro Erwachsenem, ohne Anfahrt. Das ist der Grund, warum die geführten Touren zu den Manrique-Bauten ab 10 € starten und trotzdem nicht billig sind: Der Preis für einen Tagesausflug zu Timanfaya, Jameos und Cueva de los Verdes liegt bei 51 bis 89 €, und was die 38 € Unterschied ausmachen, sind fast immer die Eintritte. Wo die Bauten im Norden liegen und wie man sie an einem Tag verbindet, steht in Der Norden von Lanzarote.

La Geria: Weinbau in Gruben

Zwischen Uga und Masdache liegt ein Hang, auf dem tausende halbrunde Trockenmauern stehen, jede um eine ausgehobene Grube herum, und in jeder Grube eine einzige Rebe. Die Asche des Ausbruchs speichert die Nachtfeuchte, die Mauer hält den Passat ab. Maschinen kommen hier nicht durch, alles ist Handarbeit, und der Ertrag ist entsprechend klein.

Der Wein daraus – meist Malvasía – schmeckt nicht wie ein Souvenir, sondern trocken und salzig. Weinproben in La Geria beginnen bei 26 €. Wer nicht trinkt, fährt trotzdem die Straße LZ-30 entlang; die Landschaft allein ist der Umweg wert.

Die Küsten – und wo es kostenlos ist

El Golfo an der Westküste: ein halber Krater, dessen andere Hälfte das Meer genommen hat, und darin eine grüne Lagune. Das Betreten ist untersagt, gesehen wird vom Aussichtspunkt aus, und das genügt. Ein paar Kilometer weiter nördlich drückt bei Los Hervideros die Brandung durch Lavahöhlen nach oben. Beides kostet nichts.

Papagayo im Süden ist die Ausnahme unter den Stränden: heller Sand, geschützte Buchten, klares Wasser. Die Zufahrt über die Piste kostet 3 € pro Fahrzeug, zu zahlen an der Schranke – Karte wird bevorzugt, etwas Bargeld gehört trotzdem ins Auto. Zu Fuß oder mit dem Rad ist der Zugang frei – vom Ortsrand Playa Blancas sind es etwa 5,5 Kilometer bis zum ersten Parkplatz, ohne Schatten. Die meisten kommen deshalb per Boot: eine Mini-Kreuzfahrt ab Playa Blanca für 35 € oder eine Katamaranfahrt nach Papagayo mit Mittagessen ab 66 €.

Famara im Nordwesten ist das Gegenteil: über sechs Kilometer offener Strand unter einer 600 Meter hohen Steilwand, ständig Wind, ständig Welle. Zum Baden mit Kindern taugt er nicht, zum Surfenlernen umso mehr – Surfkurse in Famara starten bei 45 €.

Was unter Wasser liegt

Vor Playa Blanca steht das Museo Atlántico, rund dreihundert Betonfiguren auf dem Meeresgrund. Es liegt in zwölf bis vierzehn Metern Tiefe, und das heißt: Es ist ein Tauchziel, kein Schnorchelziel. Von der Oberfläche siehst du Schemen. Schnorcheln und Tauchen gibt es ab 34,20 €, aber wer wegen der Figuren kommt, braucht einen Tauchgang.

Die andere Möglichkeit, nach unten zu sehen, ohne selbst zu tauchen, liegt in Puerto Calero: ein echtes U-Boot, das bis 30 Meter absinkt, eine Stunde, 65 €, 4,6 Sterne aus 1.394 Bewertungen. Gemessen an der Stunde ist das teuer, und es ist der einzige Programmpunkt auf dieser Insel, den auch jemand mitmachen kann, der nicht schwimmt. Mehr dazu unter Bootstouren und U-Boot.

Wofür Lanzarote die falsche Insel ist

Wer Wald, Wanderwege durch Grün und laue Abende sucht, ist hier falsch – dafür gibt es La Gomera und den Norden Teneriffas. Wer flach und weit mag, aber kein Vulkangestein, fährt besser nach Fuerteventura. Und wer sich Nachtleben vorstellt, findet es in Puerto del Carmen an einer einzigen Straße und sonst nirgends.

Was Lanzarote dagegen liefert, hat keine der Nachbarinseln: eine Landschaft aus dem 18. Jahrhundert, die aussieht wie am ersten Tag, und einen Ort, an dem ein Künstler bestimmen durfte, wie eine ganze Insel aussieht.

Mit Kindern liest sich das noch einmal anders – was in welchem Alter funktioniert, steht in Lanzarote mit Kindern, für die Kleinsten in Lanzarote mit Baby und Lanzarote mit Kleinkind. Einen Überblick über alles Buchbare gibt die Seite Ausflüge auf Lanzarote.

Die meistgebuchten Touren

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